Kürbissuppe auf steirische Art – cremig, pflanzlich und mit Kürbiskernöl

Kürbissuppe auf steirische Art – cremig, pflanzlich und mit Kürbiskernöl

Wenn es im Herbst draußen kühler wird, gehört eine cremige Kürbissuppe für mich einfach dazu. Und weil ich aus der Steiermark komme, darf bei mir am Ende natürlich eines nicht fehlen: ein gutes steirisches Kürbiskernöl.

Für dieses Rezept verwende ich gleich zwei Kürbissorten: Hokkaido und Butternuss. Der Hokkaido bringt einen kräftigeren, leicht nussigen Geschmack mit, während der Butternuss milder, süßer und besonders cremig ist. Genau diese Kombination macht die Suppe für mich so besonders.

Dazu kommen eine Kartoffel für die natürliche Bindung, ein säuerlicher Apfel für etwas Frische, unsere selbstgemachte Gemüsebrühe und zum Schluss geröstete Kürbiskerne und Kürbiskernöl.

Die Kürbissuppe ist komplett pflanzlich, kommt ohne Mehl, Stärke und Obers aus und ist in gut 35 Minuten fertig. 🌿

 

Kürbiskernöl begleitet mich schon seit meiner Kindheit

Kürbis und Kürbiskernöl haben für mich aber nicht nur mit einem Rezept zu tun.

Auch meine Familie hat früher Kürbisse für Kürbiskerne und Kürbiskernöl angebaut. Und damals wurde bei uns noch sehr vieles mit der Hand gemacht.

 

„Kürbispatzeln" – als die Kerne noch von Hand gelöst wurden

Die Kerne wurden tatsächlich Kürbis für Kürbis von Hand herausgenommen. Bei uns hat man dazu „Kürbispatzeln" gesagt.

Ich erinnere mich noch sehr gerne an diese Zeit im Herbst. Zum Kürbispatzeln kamen mehrere Menschen zusammen, und dann saß man gemeinsam da und löste die Kerne aus den Kürbissen. Je nach Ernte war man damit mehrere Tage beschäftigt.

Es war Arbeit, aber gleichzeitig auch etwas sehr Gemeinschaftliches. Man war zusammen, hat geredet und nebenbei die Ernte verarbeitet.

Heute läuft dieser Schritt in den meisten größeren Betrieben natürlich weitgehend maschinell ab. Umso schöner finde ich es, dass ich diese traditionelle Art selbst noch miterlebt habe.

Vielleicht ist Kürbiskernöl für mich gerade deshalb bis heute etwas Besonderes.

 

Warum ich Hokkaido und Butternuss kombiniere

Natürlich kannst du auch nur eine Kürbissorte verwenden.

Ich mag diese Kombination aber besonders gerne. Der Hokkaido ist aromatischer und etwas nussiger. Der Butternuss ist milder, süßer und sorgt für eine besonders cremige Konsistenz.

Zusammen entsteht für mich eine viel rundere Kürbissuppe als mit nur einer Sorte.

 

Welche Kürbissorten sonst noch für Kürbissuppe geeignet sind

Falls du keinen Butternuss bekommst, kannst du auch mit anderen Speisekürbissen experimentieren. Muskatkürbis oder Bischofsmütze funktionieren zum Beispiel sehr gut.

Zwei Dinge sind mir dabei wichtig:

  • Zierkürbisse sind nicht zum Essen gedacht.
  • Wenn ein Kürbis ungewöhnlich bitter schmeckt, sollte er nicht weitergegessen werden.

 

Zutaten für die steirische Kürbissuppe (für ca. 4 Portionen)

Für die Kürbissuppe

  • 500 g Hokkaido
  • 500 g Butternusskürbis
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 mittelgroße mehlige Kartoffel, ca. 150 g
  • 1 kleiner säuerlicher Apfel
  • 800 ml Gemüsebrühe
  • 150 ml Sojasahne
  • 1 EL Olivenöl oder etwas Wasser zum Anrösten
  • 1 TL getrockneter Majoran
  • 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 TL Apfelessig
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer

 

Zum Anrichten

  • steirisches Kürbiskernöl
  • geröstete Kürbiskerne
  • etwas Sojasahne
  • frischer Majoran oder Petersilie

 

 

Kürbissuppe auf steirische Art – Zubereitung Schritt für Schritt


Kürbis vorbereiten

  1. Wasche den Hokkaido gründlich, halbiere ihn und entferne die Kerne. Die Schale kannst du beim Hokkaido einfach dranlassen.
  2. Den Butternusskürbis schälen, ebenfalls entkernen und beide Kürbissorten grob würfeln.

Kürbiskerne rösten

  1. Die Kerne musst du übrigens nicht wegwerfen. Wasche sie ab, tupfe sie gut trocken und röste sie einige Minuten ohne Öl in einer Pfanne, bis sie duften und leicht knacken. Sie kommen später als Topping auf die Suppe.

Gemüse anrösten und aufgießen

  1. Zwiebel und Knoblauch fein schneiden und in etwas Olivenöl glasig dünsten.
  2. Kartoffel und Apfel grob würfeln und ungefähr zwei Minuten mitdünsten.
  3. Anschließend Hokkaido und Butternuss dazugeben und drei bis vier Minuten mitrösten. Diesen Schritt würde ich nicht überspringen – das Anrösten gibt der Suppe deutlich mehr Tiefe und Aroma.
  4. Mit etwa 800 ml Gemüsebrühe aufgießen, Majoran dazugeben und alles ungefähr 20 Minuten sanft köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.

Fein pürieren und abschmecken

  1. Die Suppe sehr fein pürieren. Die Kartoffel sorgt dabei ganz natürlich für Bindung – deshalb brauchen wir weder Mehl noch Stärke.
  2. Die Sojasahne einrühren und die Suppe nur noch erhitzen, nicht mehr kochen.
  3. Mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Ganz zum Schluss kommt noch etwa ein Teelöffel Apfelessig dazu.

Das steirische Finish

  1. Die Kürbissuppe auf Teller verteilen, etwas Sojasahne darübergeben und mit den gerösteten Kürbiskernen bestreuen.
  2. Erst ganz zum Schluss kommt das steirische Kürbiskernöl darüber.

Und optisch ist diese Kombination sowieso wunderschön: kräftig orange Kürbissuppe, dunkelgrünes Kürbiskernöl und darüber die gerösteten Kerne.

 

So wird die Kürbissuppe besonders cremig

Die Kartoffel ersetzt Mehl und Stärke. Eine mehlige Kartoffel bindet die Suppe ganz von selbst. Das ist für mich der einfachste Weg zu einer cremigen Kürbiscremesuppe – ganz ohne Bindemittel.

Lange genug mixen. Wenn du einen Hochleistungsmixer verwendest, darfst du die Suppe ruhig ungefähr eine Minute sehr fein mixen. Dadurch wird sie besonders samtig.

Ein Teelöffel Apfelessig bringt Balance. Die kleine Menge Säure macht die Suppe nicht sauer, sondern gleicht die natürliche Süße des Kürbisses wunderbar aus.

Kürbiskernöl nicht mitkochen. Ich verwende es bewusst als Finishing-Öl und erhitze es nicht gemeinsam mit der Suppe. So kommt sein kräftiger, nussiger Geschmack besonders schön zur Geltung.

Falls doch einmal etwas nicht passt:

  • Zu dünn? Offen ein paar Minuten weiterköcheln lassen oder eine gekochte Kartoffel mitpürieren.
  • Zu dick? Mit etwas heißer Gemüsebrühe verdünnen und noch einmal abschmecken.
  • Zu flach im Geschmack? Meist fehlt Salz, Säure oder beides. Probiere zuerst einen weiteren Spritzer Apfelessig, dann erst mehr Salz.
  • Bitter? Dann war vermutlich ein Kürbis mit Bitterstoffen dabei. Eine bittere Kürbissuppe bitte nicht weiteressen, sondern wegschütten.

 

Das vollständige Rezept im YouTube-Video

Wenn du sehen möchtest, wie ich die Kürbissuppe Schritt für Schritt zubereite, warum ich zwei verschiedene Kürbissorten verwende und wie sie besonders cremig wird, dann schau dir gerne auch unser vollständiges YouTube-Video dazu an.

Dort nehme ich dich direkt mit in unsere Küche und zeige dir die Zubereitung noch einmal ganz genau.

Hier geht es zum Youtube-Video Anleitung

Und wenn dir solche einfachen, pflanzlich-vollwertigen Rezepte, Fermentation und das Selbermachen gefallen, freuen wir uns sehr, wenn du unseren YouTube-Kanal abonnierst.

 

Häufige Fragen zur Kürbissuppe auf steirische Art

Muss ich den Hokkaido schälen?

Nein. Die Schale des Hokkaido wird beim Kochen weich und lässt sich problemlos mitpürieren. Den Butternuss schäle ich dagegen immer.

Welcher Kürbis eignet sich am besten für Kürbissuppe?

Hokkaido für Aroma, Butternuss für Cremigkeit. Die Kombination aus beiden ist für mich die runde Variante.

Geht die Kürbissuppe auch ohne Sojasahne?

Ja. Du kannst stattdessen Hafer- oder Cashewsahne verwenden. Auch ganz ohne Pflanzensahne wird die Suppe durch die Kartoffel schön cremig.

Ist die Kürbissuppe vegan?

Ja, dieses Rezept ist komplett pflanzlich. Es kommt ohne Obers, Butter oder Hühnersuppe aus.

Wie lange hält sich die Kürbissuppe, und kann ich sie einfrieren?

Im Kühlschrank hält sie sich etwa drei bis vier Tage. Einfrieren funktioniert sehr gut – die Pflanzensahne gibst du dann am besten erst nach dem Auftauen dazu. Kürbiskernöl und geröstete Kerne kommen ohnehin erst frisch beim Servieren darüber.

Kann ich die Kürbiskerne aus dem Kürbis verwenden?

Ja. Gut abwaschen, trocken tupfen und ohne Öl in der Pfanne rösten. Sie sind ein wunderbares Topping.

Warum wird Kürbiskernöl nicht mitgekocht?

Kürbiskernöl verliert beim Erhitzen sein typisches Aroma. Deshalb kommt es erst ganz zum Schluss über die fertige Suppe.

 

Pflanzlich vollwertig kochen – das Fundament unserer Küche

Für diese Kürbissuppe verwende ich unsere selbstgemachte Gemüsebrühe. Genau solche Grundlagen sind für mich ein wichtiger Teil einer pflanzlich-vollwertigen Küche.

Wenn du gelernt hast, eine gute Gemüsebrühe, pflanzliche Kochsahne, Saucen und andere Basics selbst herzustellen, wird Kochen im Alltag plötzlich viel einfacher. Du musst dann nicht für jedes Gericht ein neues Rezept suchen, sondern verstehst immer besser, wie Geschmack aufgebaut wird.

Hier geht es zur : Gemüsebrühe selber machen
Hier geht es zur: Mandelmilch selber machen

Genau darum geht es auch in unserer „Pflanzlich vollwertig kochen – Masterclass". Dort lernst du nicht einfach nur einzelne Gerichte kennen, sondern das Fundament der pflanzlich-vollwertigen Küche:

Wie baue ich Geschmack auf?
Wie entstehen cremige Saucen und Suppen?
Wie kann ich Gerichte natürlich binden?
Welche Grundzutaten sollte ich zu Hause haben?
Und wie kann ich aus einfachen pflanzlichen Lebensmitteln abwechslungsreich und intuitiv kochen?

Wenn du tiefer einsteigen möchtest, findest du hier alle Informationen zu unserer Masterclass:

 Hier geht es zum Online-Kurs: Pflanzlich vollwertig kochen – Masterclass ansehen

 

Alles Liebe,
Theresa von Naturgenusswelt 🌿

 

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